Wer Geld verdienen möchte, der muss an die Börse. Diesen Spruch hört man immer wieder. Im selben Augenblick wird einem vor den Sprung an die Börse aber wiederum gewarnt. Zu undurchsichtig für den Anfänger, zu viel Risiken für das eigene Kapital. Ja, was denn nun?
Fakt ist, im Vergleich zum Sparstrumpf, Girokonto oder Sparbuch, bieten Aktien oder gar Optionen eine höhere Rendite. Klar ist aber auch, umso höher die mögliche Rendite, umso höhere ist auch das Risiko. Schon Rockefeller schrieb: „Wer gut essen will, kauft Aktien, wer gut schlafen will, kauft Renten.“
Als goldene Mitte präsentieren sich Aktienfonds. In Aktienfonds zahlen viele Anleger ihr Geld in einen Topf ein, der von einem Fondsmanager verwaltet wird. Dieser kauft und verkauft die unterschiedlichen Aktien und versucht eine möglichst hohe Rendite mit diesen Wertpapieren zu erzielen. Die Sicherheit und das fast sorglose Börsenleben lassen sich die Fondsanbieter allerdings auch bezahlen. In der Regel werden nämlich bei einem Kauf von Aktienfonds ein einmaliger Ausgabeaufschlag fällig und jährlich schmälern Managementgebühren die Performance des Aktienfonds.
Doch wie und warum erhält man überhaupt Geld an der Börse? Das Prinzip beruht bei der ursprünglichen Idee auf einer Unternehmensbeteiligung. Der Aktionär kauft sich mit dem Erwerb der Aktien sozusagen in das Unternehmen ein. Dafür wird er im Gegenzug am Gewinn des Unternehmens beteiligt. Dies geschieht in Form einer Dividende, die einmal im Jahr ausgegeben wird. Unterschieden wird noch zwischen „Stammaktie“ und „Vorzugsaktie“. Bei der „Stammaktie“ besitzt der Aktionär ein volles Stimmrecht und kann dieses auf der Hauptversammlung einbringen. Bei der „Vorzugsaktie“ hingegen verzichtet der Aktionär auf dieses Stimmrecht, erhält dafür aber zum Ausgleich ein Vorzugsdividende, die überlichweise leicht über der Dividende für Stammaktien liegt.
Wirkliches Geld an der Börse macht man aber mit Spekulationen. Ein gewinnbringendes Geschäft, das aber genauso böse enden kann. Spekulanten setzen auf ganz niedrige Kurse von Aktien. Auf Aktienkurse, bei denen der Spruch: „Schlimmer geht’s nimmer“ voll und ganz zutrifft. Hintergedanke ist die Spekulation rund um einen Aufschwung. Tritt dieser ein, werden die Papier bald wieder teuer weiterverkauft. Abschließend sei bemerkt, dass man als Spekulant mehr als nur Glück haben muss. Im Gegenzug stehen sehr riskante Spekulationen mit Leerverkäufen (Verkauf von Aktien, die man gar nicht besitzt und später kaufen muss) oder Derivaten (Mittels eines Hebels ist bei steigenden oder fallenden Kursen ein großer Gewinn möglich, aber auch ein großer Verlust) .Der Börsenprofi André Kostolany beschrieb diese Gattung der Börse deswegen auch mit folgenden Worten: „Für mich ist der Spekulant der intellektuelle, mit Überlegung handelnde Börsianer, der die Entwicklung der Wirtschaft, der Politik und der Gesellschaft richtig prognostiziert und davon zu profitieren versucht.“
Jeder der sich für Finanzen oder Geldanlage interessiert, sollte auch die Börse nicht außer Acht lassen.
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