Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko nimmt von Tag zu Tag schlimmere Dimensionen an. Aus einem Bohrloch am Meeresgrund in 1.600 Metern Tiefe strömt unablässig Öl, welches nicht nur als riesige Ölteppiche an der Oberfläche erscheint, sondern auch unter Wasser riesige Schichten bildet, in denen kein Leben mehr existiert. Ganze Küsten werden verseucht, und zwar nicht nur Strände für Touristen sondern auch Naturzonen, die für viele Tiere Lebensraum bieten. Laut US-Regierung soll der Ölkonzern BP für alle Schäden aufkommen.
Doch wie hoch werden die Schäden sein? Die Kosten bestehen aus verschiedenen Positionen: Kosten für das Schließen des Bohrlochs, Kosten für Personal, Geräte und Entsorgung des Giftmülls zur Reinigung der Küsten, entgangene Einnahmen der Fischer durch Fangverbote und stark dezimierte Tierpopulationen. Auch der verringerte Unternehmenswert durch Einbruch des Aktienkurses muss den Kosten zugerechnet werden. Nicht vergessen sollte man, dass die hundertausende von Litern Öl, die sich ins Meer ergießen, nicht mehr genutzt werden können und folglich entgangene Gewinne darstellen.
Das sind alles Zahlen, die relativ einfach zu beziffern sind. Schwierig wird es jedoch bei den Schäden, die am Ökosystem auftreten. Wie will man den Artenreichtum in den betroffenen Regionen monetär bewerten?
Fakt ist, dass die Kosten für BP bereits jetzt in die Milliarden reichen. Alleine die bisherigen Ausgaben für die Experimente am Bohrloch sowie Reinigungsarbeiten sind bereits bei 760 Millionen US-Dollar. Der Einbruch der Aktie hat zu einer Einbuße der Marktkapitalisierung von 29 Milliarden Dollar geführt – das ist etwa ein Viertel des gesamten Unternehmenswertes. Daher haben bereits erste Aktionäre Klage eingereicht, dass BP leichtfertig das Unternehmen gefährdet hat, indem bei der Sicherheit gespart wurde.
Es wird sich zeigen, ob BP diese Krise übersteht oder an ihr scheitert.
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