Okt

21

2009

Energiepolitik: Atomkraft für Klimaschutz?

Abgelegt in Allgemein

Die Energiekonzerne haben den Klimaschutz für sich entdeckt – könnte man denken, wenn man ihre Argumente zur Verlängerung der Laufzeiten alter Kernkraftwerke liest. Die angeblich sehr ambitionierten Ziele der (letzten) Bundesregierung zur Reduktion der CO2-Emissionen seien zu erreichen, aber nur, wenn man den Energiebedarf vorerst durch Strom aus Atomkraft deckt. Das ist nur möglich, indem man die Laufzeiten der alten Atomkraftwerke verlängert. Diese waren nämlich im Konsens zum Atomausstieg begrenzt worden.

Die Kraftwerksbettreiber sind auf die Laufzeitverlängerungen deshalb so erpicht, weil die alten Kraftwerke schon vollständig abgeschrieben sind und dadurch höhere Gewinne abwerfen als junge Werke. Daher lassen sie sich allerhand Tricks einfallen, um ihr Ziel zu erreichen. So werden beispielsweise die alten Atommeiler nicht voll ausgelastet, sondern laufen auf halber Kapazität. Da die Laufzeiten an produzierte Strommengen gekoppelt sind, wird so der Endzeitpunkt hinausgezögert. Warum? Nun, weil man auf eine angenehmere Politik durch die kommende Regierung hofft.

Und der Plan scheint aufzugehen, hört man sich die Stimmen aus FDP und Union an. Allerdings hat das Umweltbundesamt nun eine Studie veröffentlicht, die der Klimaschutzargumentation die Basis raubt: Die unbegrenzte Produktion von Atomstrom würde im Zeitraum von 2013 bis 2020 zwar ca. 441 Millionen Tonnen CO2 einsparen, dies hätte jedoch einige unerwünschte Nebeneffekte. Da die Gesamtmenge der CO2 Emissionen bis 2020 festgelegt ist, würde die durch Atomkraft eingesparten Emissionen an anderer Stelle genutzt. Die Preise der Emissionszertifikate würden dadurch nämlich stark verfallen, so dass es für Emittenten günstiger ist, Zertifikate zu kaufen statt in saubere Technologie zu investieren. Das wichtigste Ziel des Klimaschutzes, nämlich die Förderung der sauberen Technologie, würde somit verfehlt.

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