Jan

28

2009

Exportnation Deutschland


Oft hört man den Begriff der “Exportnation Deutschland”: Kein Land der Welt hat über mehrere Jahre hinweg mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als Deuschland. Das ist natürlich einerseits eine Leistung, auf die wir stolz sein können. Made in Germany ist auch heute noch ein Gütesiegel für viele. Die Kehrseite der Medaille ist aber aus wirtschaftspolitischer Sicht, dass wir enorm vom Export und somit von den anderen Nationen abhängig sind.

Im Jahr 2007 betrug der private Konsum 1,373 Billionen Euro, gegenüber einem Exportvolumen von 1,137 Billionen. Abzüglich der Importe blieb ein Rest von 171 Milliarden Euro als sogenannter Außenbeitrag. Bei einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2,422 Billionen macht der Außenbeitrag also rund sieben Prozent aus.

Gehen wir jetzt einmal davon aus, dass außer dem Außenbeitrag alle übrigen Werte der Volkswirtschaft in zwei Folgejahren gleich bleiben. Ist das Bruttoinlandsprodukt im ersten Jahr bei einem Betrag von 2000 und der Außenbeitrag bei 200 (also 10 Prozent) und sinkt er nun auf 190, so sinkt auch das BIP um 10. Wenn die Wirtschaft nun nicht die Produktion drosseln und Stellen abbauen soll, müssen die Waren, welche nicht mehr exportiert werden können, anderweitig konsumiert werden. Daher versucht man in Zeiten schlechten Exports die Binnennachfrage zu stärken. Langfristig wäre es aber vielleicht besser dafür zu sorgen, dass man ein stetiges Wirtschaftswachstum durch Eigenkonsum statt durch immer neue Exportrekorde schafft. Aber das ist natürlich auch nur in gewissen Grenzen möglich. Dazu ein andermal mehr.

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