Die Chemie muss stimmen. Nicht immer dreht es sich bei dieser Aussage um zwischenmenschliche Beziehungen. Auch im Bereich Wirtschaft muss es „passen“, wenn man zusammenkommen will. Ein Beispiel: Factoring. Bei dieser Form der Finanzierung müssen Anbieter und Kunde sich in gewisser Weise „grün“ sein, die Karten offen auf den Tisch legen.
Denn: Wo Außenstände den Besitzer wechseln, geht nichts ohne die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen des Vertragspartners. Der Kunde darf weder das Gefühl haben, seine Außenstände „für einen Apfel und ein Ei“ verkauft zu haben, noch sollte er befürchten müssen, seine Kunden zu verlieren. Das Factoring-Unternehmen wiederum darf nicht durch Falschinformationen seitens des Kunden fehlgeleitet werden. Es ist darauf angewiesen, dass die Kunden seines Kunden kreditwürdig sind, und muss deshalb auch deren Bonität prüfen.
Grundsätzlich hat man als Factoring-Kunde die Wahl: Behalte ich das Debitorenmanagement im Haus oder übergebe ich es zusammen mit der Finanzierung und dem Delkredereschutz in die Hände des Factoring-Unternehmens? Eine Abtretung entlastet den Factoring-Kunden, setzt aber großes Vertrauen voraus.
Bleibt das Debitorenmanagement dagegen beim Kunden wie beim so genannten „Bulk-“ oder „Inhouse-Factoring“, und es werden nur der Delkredereschutz und die Finanzierung durch das Factoring-Institut in Anspruch genommen, so erfordert dies auch ein großes Vertrauen des letzteren gegenüber seinem Kunden.
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