Sep

4

2009

Die globale Wirtschaftskrise und die G20

Abgelegt in Wirtschaftskrise

Beim heutigen G20 Treffen in London zur Vorbereitung des Gipfels in Pittsburgh wird wieder die Bekämpfung der globalen Wirtschaftskrise das Hauptthema sein. Bei näherer Betrachtung der Positionen der Teilnehmer, was die nächste Maßnahme angeht, offenbaren sich große Differenzen.

Die Staatschefs der EU-Länder Frankreich, Deutschland und Großbritannien bezogen in einem Brief gemeinsam Stellung, dass es dringend nötig sei, die Bonusregelungen insbesondere in der Finanzbranche zu regulieren. Aber schon hier zeigt sich, dass dies eine Formulierung auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner ist. Deutschland und Frankreich plädieren nämlich für eine klare Obergrenze der Zahlungen, was in britischen Regierungskreisen als unrealisitsch bezeichnet wird.
Dort mag man sich bestenfalls auf eine Koppelung an den langfristigen Geschäftserfolg einlassen. Das soll verhindern, dass Finanzmanager strategisch nur auf kurzfristige Gewinne hinarbeiten und dadurch in erster Linie mit Blick auf die persönlichen Bonuszahlungen wirtschaftet. Man glaubt also, durch die Koppelung der Boni an langfristige Erfolge würde ein Anreiz geschaffen, auf das “Zocken” zu verzichten. Die britische Haltung wird in Deutschland so interpretiert, dass mal wieder die Finanzmarktregulierung blockiert wird. Und dass die amerikanische Seite wenig von solchen Regulierungen hält, ist auch nicht erst seit gestern bekannt.

Auch die Konjunkturspritze von 500 Milliarden Dollar an den Internationalen Währungsfond wird für Diskussionen sorgen. Diese Maßnahme war beim letzten Treffen beschlossen worden, allerdings ohne die Zahler zu definieren. Deutschland und Frankreich, wo die Konjunktur an Fahrt zunimmt, sind an schnellem Schuldenabbau interessiert und wollen die Staatsmaßnahmen schnell zurückfahren. In Großbritannien läuft es noch weniger gut, also möchten man dort an weiteren Maßnahmen festhalten. Das Abschlusspapier des Treffens wird zeigen, welche Lobby die beste Arbeit geleistet hat…

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