Eines der unglaublichsten Finanzprodukte sind die Credit Default Swaps, kurz CDS. Das sind sozusagen Kreditversicherungen, die Banken nutzen, um sich gegen das Ausfallrisiko von Krediten zu schützen. Das System funktioniert fogendermaßen: Eine Bank, z.B. Lehmann-Brothers, hat in Subprime-Kredite investiert.
Um sich gegen Verluste bei Rückzahlungsausfall abzusichern, kauft sie für den Nominalwert der Subprimes Credit Default Swaps von AIG. Für einen Nominalwert von einer Million Euro (viel zu klein für Banken, ich weiß…) muss Lehmann der AIG eine Prämie von 15.000 Euro pro Jahr zahlen, bei einer Laufzeit von beispielsweise fünf Jahren. Kommt es innerhalb des Versicherungszeitraums zu einem Kreditereignis, also Zahlungsverzug, Insolvenz oder ähnliches bei den Kreditnehmern. dann zahlt AIG an Lehmann die eine Million aus, erhält dafür im Gegenzug den gefährdeten Kredit. Soweit, so gut, doch das entscheidende ist, dass Lehmann garnicht im Besitz des Kreditpapieres sein muss, um es zu versichern. Und am schönsten ist, dass man die Police jederzeit verkaufen darf. CDS wurden unreguliert abseits der Börse gehandelt. Dadurch läd das System zum zocken ein, wie man es sich nicht wilder vorstellen kann. Man kann auf nahezu alles spekulieren, von Rohstoffen über Wettereinflüsse bis hin zu – Subprime-Krediten. Die Finanzkrise findet einfach kein Ende.
Bookmarken auf:
Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.