Vergangene Woche war noch ein Aufatmen zu vernehmen, da sich die Europäische Kommission, Euröpäische Zentralbank und Weltwährungsfond auf ein Hilfspaket für das angeschlagene Griechenland zu einigen schienen. Die Kurse der griechischen Staatsanleihen beruhigten sich wieder und die Risikoaufschläge sanken unter 7 Prozent. Doch das Treffen zur endgültigen Besiegelung des Rettungsplans konnte bisher nicht stattfinden, da der Vulkanausbruch in Island die Reisen unmöglich machte.
Die Märkte sind von der Situation Griechenlands und der Auswirkungen auf die Gemeinschaftswährung Euro stark beunruhigt. Die Folge davon ist, dass die Sicherheitsaufschläge für die griechischen Staatsanleihen auf 7,63 Prozentpunkte hochschnellten. Auch die deutschen Anleihen wurden mit 4,53 Prozent belegt. Dies ist der höchste Wert seit der Einführung des Euro im Jahr 1999.
Athen möchte heute eine Emission über 1,5 Milliarden Euro tätigen, das eine Laufzeit von 13 Wochen hat. Die Kosten für diese Refinanzierungsmaßnahme werden also exorbitant hoch sein und die Schuldensituation nicht entschärfen. Es ist folglich davon auszugehen, dass Griechenland das Hilfsangebot annehmen wird. Das ist aber nur die halbe Miete: Sollte die griechische Regierung nicht in der Lage sein, den harten Sparkurs ausreichend lang fortzuführen, dann wird eine Staatspleite auch nicht durch die Unterstützung der zuständigen Institutionen abgewendet werden können – lediglich einen teuer erkauften Aufschub wird es geben.
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