Die Finanzkrise sorgt in der EU für eine mittelschwere Panik. Die Sorge, dass ein bankrottes Griechenland einen Domionoeffekt wie damals der Fall der Bank Lehmann Brothers bewirken könnte, lässt die Staatschefs schwitzen. Unter den Politikern werden Stimmen laut, die die Schaffung eines Euro-Währungsfonds fordern. Dies soll eine Institution wie der Internationale Währungsfond sein, jedoch beschränkt auf die Euro-Länder.
Barroso bekräftigte, dass er eine neue Institution vorschlagen werde, entweder einen Euro-Währungsfond oder aber ein anders Instrument. In jedem Fall soll es ein neues Sicherheitsnetz für wankende Staaten geben. Unter Ökonomen ist dies höchst umstritten, da dies den Anreiz mindert, sinnvoll zu wirtschaften: Wenn sich eine Regierung verzockt oder wie Griechenland geschönte Daten herausgibt, wird sie schon wieder irgendwie aufgefangen.
Aber die unbequemen Wissenschaftler werden wohl kein Gehör finden, zu viele führende Politiker haben sich schon für den Fond ausgesprochen. Der Deutsche Finanzminister Schäuble redete das erste Mal öffentlich davon, nun stellte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel hinter ihn. Auch Jean-Claude Junker, der Eurogruppenchef, sowie Ratspräsident Barroso plädieren für den EU-Fond. Zwar sind sich alle einig, dass Fondshilfen nur an strenge Auflagen geknüpft werden sollen, aber wenn ausreichend Politiker darüber streiten, werden die Restriktionen vermutlich zu weich ausfallen.
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