Mai

20

2010

Griechenland und die deutschen Waffenexporte

Abgelegt in Wirtschaftskrise

Griechenland ist einer der richtig guten Kunden für deutsche Rüstungsgüter, wie man heute in einem Artikel von Spiegel online lesen konnte. Die Liste der Bestellungen ist beeindruckend, sie reicht von Leopard-Panzern über U-Boote, Kriegsschiffe bis hin zum Kampfflugzeug Eurofighter. In Euro ausgedrückt sind das Milliardenwerte – und das bei einem Staat, der seit Jahren massiv defizitär wirtschaftet und gerade vor der Pleite gerettet werden musste. Bei genauerer Betrachtung wirft dies auch ein anderes Licht auf die Zahlungsbereitschaft der Bundesregierung bei der Rettung Griechenlands.

Deutlich wird dies an einem Geschäft über den Kauf von vier neuen U-Booten und die Überarbeitung dreier älterer, in Auftrag gegeben im Jahr 2000 an die Kieler Howaldtswerke. Diese gehören heute zu ThyssenKrupp Marine Systems. Der Auftrag hatte ein Volumen von rund 2,5 Milliarden Euro, zwei Milliarden wurden direkt angezahlt. Da der Restbetrag nicht floss, kündigte Thyssen den Vertrag im September letzten Jahres. Doch nun verhandelte der griechische Ministerpräsident Papandreou über die Wiederaufnahme des Geschäfts. Demnach will Griechenland nicht nur zusätzlich 320 Millionen zahlen, sondern auch noch zwei weitere U-Boote haben, Stückpreis 500 Millionen. Hinzu kommen noch offene Rechnungen aus dem Verkauf von Panzern, die Order von 20 EADS-Hubschraubern und man hofft außerdem, dass die Griechen ein paar Eurofighter bestellen.

Es ist anzunehmen, dass die Bundesregierung ihre Bereitschaft zur Rettung Griechenlands auch davon abhängig gemacht hat, wie die Rüstungsauftrage der Griechen vergeben werden. Und wieder wird Steuergeld über geschickt getarnte Umwege in die Kasse der Privatwirtschaft geleitet – in Milliardenhöhe.

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2 Reaktionen zu “Griechenland und die deutschen Waffenexporte”

  1. msohn, am 25. Mai 2010:

    Die Bundesregierung hat die Entscheidung zur Hilfe Griechenlands lange zurückgehalten. Dies wäre eine logische Erklärung für das lange zögern. Dann waren also gar nicht die Bonität Griechendlands und die Versprechen zur Haushaltssanierung entscheidend…

  2. admin, am 26. Mai 2010:

    @msohn
    wahrscheinlich war es eine Mischung aller Parameter. Wieso so ein Land noch in Rüstung investieren darf, wenn kein Geld da ist. Komplett unlogisch. Griechenland könnte sich sofort unter den Schutz der NATO stellen lassen, wenn Bedarf da wäre.

    vg
    Maik

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