Wie die Financial-Times Deutschland in einer ihrer letzten Ausgaben berichtete, ziehen sich immer mehr private Großanleger aus Griechenland zurück. Grund dafür sind die neuesten Entwicklungen in der Griechenlandkrise.
Wenn man parallele Entwicklungen aus der Geschichte daneben legt, zum Beispiel aus der Zeit vor dem ersten und zweiten Weltkrieg, könnte man den Eindruck gewinnen, dass die Banker gerade das sinkende Schiff verlassen.
Allein deutsche Banken und Versicherer haben in den letzten Monaten ein Drittel ihrer Griechenland Anleihen verkauft oder in Badbanks ausgelagert und somit die zu heiße Kartoffel nicht mehr von einer Hand in die Andere befördert, sondern im hohen Bogen auf den Müll geworfen.
Im April 2010 hielten die deutschen Großanleger noch 16 Milliarden Euro an griechischen Anleihen, im Mai 2011 waren es nur noch 10,3 Milliarden. Und das sind nur die Zahlen der deutschen institutionellen Anleger…
Global gesehen und von Deutschland ausgehend hoch gerechnet, führt dies mit Sicherheit zu einer drastischen Verschärfung der ohnehin schon mehr als angespannten Finanzsituation in Griechenland.
Durch die außerordentlich schlechte Einstufung des griechischen Staates durch die großen, internationalen Ratingagenturen, haben es die von der Griechenland Krise schwer gebeutelten Menschen ohnehin schon sehr schwer überhaupt noch Staatsanleihen an den internationalen Märkten zu platzieren. Um überhaupt noch auf diese Weise an Geld zu kommen, muss die griechische Regierung utopische Staatsanleihen Zinsen versprechen.
Das Dumme ist nur, dass von den entscheidenden Institutionen Niemand mehr an diese Versprechen glaubt.
Die Zahlen sprechen eben einfach dagegen und Niemand hat Interesse an an den griechischen Staatsanleihen. Jetzt ziehen die Großanleger die Schraube für Griechenland noch mehr an.
Zur Zeit des ersten Rettungspaketes für Griechenland hatten sich die deutschen Banken verpflichtet, wenn Sie schon kein Geld oder Bürgschaften beisteuern, doch zumindest die in ihrem Besitz befindlichen griechischen Staatsanleihen nicht zu verkaufen. Sozusagen als kleine Gegenleistung für die Rettung der Banken als Lehman in die Knie ging…Doch wie die Geschichte belegt, ist das Wort der Banker, viel weniger wert als die Luft, die diese beim Sprechen verbrauchen.
Für die Banken ist das ein Top-Geschäft. Je schwerer es für Griechenland wird, sich frisches Geld an den Märkten zu besorgen, um so größer wird die Not im Land. Am Ende bleibt nichts mehr übrig als das Tafelsilber, sprich das griechische Staatseigentum zu verkaufen. Die Bahn, Post, Airlines und Ähnliches.
Da die Käufer um die prekäre Lage wissen, wird sich auch der Kaufpreis für die Unternehmen im Bereich von Peanuts bewegen. Man bekommt praktisch für nen Appel und nen Ei, lukrative Unternehmen unter seine Kontrolle.
Wenn wir also oben schrieben, dass die Banker das sinkende Schiff verlassen, dann tun diese das nur mal kurz. Sozusagen um mal kurz im Meer zu schwimmen.
Dann kehren sie zurück und plündern die Leiche….
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[...] der Griechenlandkrise lag die Verschuldung im Jahr 2009 noch bei 126 Prozent des BIP. Schon ein Jahr später 2010, sind es 144 Prozent. [...]