Feb

20

2012

Ratingagentur „Moody’s“ will weltweit die Bonität von mehr als 100 Banken überprüfen

Abgelegt in Wirtschaftskrise

Die großen Ratingagenturen scheinen von ihrem Würgegriff nicht mehr ablassen zu wollen. In der letzten Woche kündigte die Ratingagentur „Moody’s“ an, dass die in Kürze die Bonität von weltweit mehr als 100 Banken überprüfen werde. Nachdem bereits zahlreiche Staaten von den Ratingagenturen „S&P“, „Fitch“ und „Moody’s“ herabgestuft wurden, geraten dieses Mal die Banken, darunter zahlreiche Großbanken, ins Visier der Agentur. Einige Kreditinstitute müssen mit einer folgenreichen Herabstufung ihrer Bonität rechnen.

Besonders betroffen seien die europäischen Geldhäuser, die die Folgen der Schuldenkrise Europa immer deutlicher zu spüren bekommen. Auf 17 weltweit tätige Bankhäuser hat es „Moody’s“ abgesehen, darunter auch die Deutsche Bank. Im Vorfeld gab „Moody’s“ bekannt, dass einige Kreditinstitute mit zum Teil kräftigen Herabstufungen ihrer Bonitätsnote rechnen müssen. Insgesamt geht es 114 Banken und Finanzhäusern in 16 europäischen Ländern an den Kragen. Einigen Kreditinstituten droht eine Abstufung um bis zu drei Noten.

US-Banken und europäische Geldhäuser im Visier von „Moody’s“
Die Änderungen des Marktumfeldes seien für „Moody’s“ der Grund, die Bonität diverser Kreditinstitute zu überprüfen. Zu den global tätigen Bankhäusern gehören beispielsweise die US-Bank JP Morgan, Morgan Stanley, Bank of America, Citiegroup sowie Goldman Sachs. Bei den europäischen Banken traten die britische Großbank Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland ins Interesse von „Moody’s“. Ebenso wird es die französische Société Générale und Crédit Agricole treffen.

Anfang letzter Woche hatte „Moody’s“ die Bonitätsnote von insgesamt sechs EU-Staaten herab gestuft, wobei Deutschland als wirtschaftlich stärkster Staat verschont blieb. Dennoch geraten jetzt gleich mehrere deutsche Kreditinstitute samt derer Tochtergesellschaften unter Beobachtung der Ratingagentur. Somit wird auch die Deutsche Bank mit der Postbank und der Commerzbank sowie die DekaBank, geprüft werden sowie die Landesbanken Hessen-Thüringen, Baden-Württemberg und die Norddeutsche LB.

Aktienkurse geraten unter Druck
An der europäischen Börse kam es im weiteren Verlauf zu einem Kursverlust mehrerer Banken, betroffen waren auch die Aktien der Deutschen Bundesbank sowie der Commerzbank. Ebenso hart traf es die Barclays, die rund 3 Prozent verlor und die Royal Bank of Scotland mit einem Verlust von 2,3 Prozent. Bei den Franzosen kam es zu einem Kursverlust von drei Prozent bei der Société Générale.

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