Nun sind auch zum Jahresbeginn 2009 erste handfeste Zahlen ermittelt worden, die zeigen, dass die Wirtschaftskrise in vollen Gang ist und das dicke Ende noch bevorsteht: Laut statistischem Bundesamt sind von Oktober auf November die deutschen Exporte kalender- und saisonbereinigt um 10,6 Prozent gesunken. Das ist der stärkste Rückgang innerhalb zweier Folgemonate seit 1991! Im Vergleich zum November 2007 ist das sogar ein Einbruch um 11,8 Prozent.
Der Auftragseingang, welcher einer der wichtigsten Konjunkturindikatoren ist, sank von August zu Oktober um 6,3 Prozent, von Oktober auf November um 6 Prozent. Im Vergleich zu November 2007 war sogar ein Rückgang von 27,2 Prozent zu verzeichnen. Auf das vergangene Jahr gesehen konnte die Industrie nur in einem Monat mehr Aufträge als im Vormonat generieren. Das ist laut Wirtschaftsministerium eine der längsten Durststrecken, die es je gegeben hat. Wenn sich die Situation nicht bald wieder verbessert, wird dies zu massenhaften Entlassungen führen, wodurch der Konsum noch weiter geschwächt wird – er ist in Deutschland sowieso schon recht bescheiden. Analysten hatten zwar mit Rückgängen gerechnet, nicht jedoch mit solchen massiven Einbrüchen. Es ist nun davon auszugehen, dass das Btruttoinlandsprodukt im Jahr 2009 um bis zu 3 Prozent unter dem von 2008 liegen wird. Das bedeutet, dass wir in einer kräftigen Rezession stecken. Als Exportnation ist es ja prima, wenn unsere Unternehmen gut aufgestellt sind und international wettbewerbsfähig. Das hilft aber rein garnichst, wenn dem Rest der Welt das Geld fehlt, um unsere Produkte einzukaufen.
Dieter Nuhr sagte vor kurzem in einer Sendung, dass dies die erste internationale Wirtschaftskrise in der Geschichte wäre, in der kein Land das andere überfällt, um sich zu bereichern – weil eh schon dank Globalisierung jeder an jedem finanziell beteiligt ist. Damit liegt er garnicht so falsch, denn aktuell zeigt sich, dass des einen Leid nicht des anderen Freud, sondern aller Leid ist. Und die Wirtschaft spielt den Globalisierungsgegnern ein Argument nach dem anderen in die Hände.
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