In der aktuellen Wirtschaftskrise wird davon gesprochen, dass die Unternehmen in eine Kreditklemme kommen. Diese soll dadurch verursacht sein, dass die Banken schärfere Vergabekriterien festgelegt haben und es somit schwieriger als zuvor für Unternehmen ist, an Gelder zu kommen. Da Firmen aber teilweise für das normale Tagesgeschäft Kredite benötigen, beispielsweise im Schiffbau, wo außer einer 20 prozentigen Anzahlung alle Kosten von der Werft vorgeschossen werden müssen, kann dies existenzbedrohend sein. Nun stellt sich die Frage, ob die Banken denn tatsächlich die Milliarden an Euro, welche sie zu günstigsten Konditionen von der EZB bekommen, mutwillig zurückhalten.
Nein, kommt von Seiten der Handelskammern und Bankenverbände. Nach ihrer Sichtweise müssen sie aus betriebswirtschaftlichen Gründen genauer prüfen, was bei vielen kleinen Unternehmern für Unmut sorgt. Diese sprächen dann von Kreditklemme, obwohl sie das Geld auch mit genauerer Prüfung bekämen. Anders sieht es im Schiffsbau aus. Dort muss sich eine Bank überlegen, ob das Ausfallrisiko angesicht der großen Überkapazitäten nicht doch zu hoch ist. Für Experten ist es fraglich, ob an dieser Stelle der Bund mit Sicherheiten einspringen soll oder gesetzliche Regelungen zur Weitergabe der EZB-Kredite eingeführt werden. Ob die Banken in dieser Sache seriös arbeiten oder nur versuchen, das Beste aus der Krise zu ziehen, wird sich wohl nicht eindeutig klären lassen.
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