Auch wenn in den letzten Woche vermehrt Anzeichen einer Erholung der Weltwirtschaft aufgetreten sind, wurde immer wieder von den längst nicht ausgestandenen Risiken am Arbeitsmarkt gesprochen. Gestern teilte nun die Bundesagentur für Arbeit mit, dass die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat auf 8,2 Prozent gestiegen sei – eine Zunahme um 0,1 Prozent. In absoluten Zahlen sind das 3,5 Millionen arbeitslos gemeldete, 52.000 mehr als im Vormonat und 252.000 mehr als im gleichen Monat des Vorjahres! Da in diesen Statistiken jedoch nicht berücksichtigt wird, wenn Leute in die Frühverrentung geschickt werden oder saisonalbedingte Schwankungen auftreten, gibt es die saisonbereinigten Werte, welche sich an der Zahl der Erwerbstätigen orientieren.
Nach diesen Werten waren im Juni 40,15 Millionen Menschen erwerbstätig, das sind 42.000 weniger als im Vormonat und 82.000 weniger als noch vor einem Jahr. Die Gründe hierfür liegen ganz klar in der schwachen Wirtschaft. Trotz vieler positiver Tendenzen sieht es in einer der deutschen Schlüsselbranchen düster aus: Der Maschinenbau hat mit einer miserablen Auftragslage zu kämpfen. Die Zahl der Auftragseingänge hat sich im Juni um 46 Prozent verringert, das ist fast eine Halbierung nur innerhalb eines Monats! Branchenkenner gehen nun davon aus, dass im stark exportabhängigen Maschinenbau bis Jahresende 60.000 Stellen wegfallen werden. Von einer Entwarnung für den Arbeitsmarkt sollte man also trotz anderer rosiger Konjunkturdaten absehen.
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